Züchtung. Gene oder soziale Umwelt?


Viele Unterschiede im Verhalten von Männern und Frauen sind das Ergebnis von Züchtungen. Die kulturelle und soziale Umwelt beeinflusst die Gene.
„Züchtung bedeutet eine bewusste Auswahl und Kreuzung zweier Individuen mit erwünschten Eigenschaften.“ Dieser lapidare Satz aus Wikipedia bezieht sich auf Pflanzen und Tiere. Bei Menschen ist Züchtung bis jetzt verboten. Aber sie fand und findet unterschwellig in jeder Kultur statt
Die erst Methode hierzu ist die Partnerwahl. Der kulturell erwünschte Typ vermehrt sich häufiger.
Die zweite bisher nur vage erforschte Methode ist das Belohnungssystem des Gehirns, das Anpassungen bewirkt.
Die dritte Methode haben Gen-Forscher beschrieben: Gene, die dem jeweiligen Ideal der Umwelt entsprechen, werden im Individuum häufiger „angedreht“ und bilden erworbene Eigenschaften. Da diese sich ebenfalls vererben (siehe Epigenetik) nimmt die Häufigkeit der erwünschten Eigenschaften zu, zum Beispiel Anpassungsfähigkeit oder Dienstbereitschaft.
Der ganze Prozess kann genauso dazu führen, dass unerwünschte Eigenschaften seltener werden.
Seit etwa 5000 Jahren wurden Frauen nach dem Ideal der Gehilfin des Mannes gezüchtet. Erst seit 60 Jahren gelten in westlichen Gesellschaften auch neue Ideale, zum Beispiel Selbstständigkeit. Sie werden sich in Generationsschritten auch genetisch durchsetzen.

Mehr darüber im neuen Buch „Kampfplatz Liebe“ von Marie-Luise Schwarz-Schilling.