Mann bleibt Mann 3


MANN bleibt Mann auch ohne Kind, von Marie-Luise Schwarz-Schilling
Was nun?

Der männliche Einfluss auf die Kinderzahl wird bis heute öffentlich kaum zur Notiz genommen. Die männlichen Ängste vor dem Verlust von Unabhängigkeit, Spontaneität und Status sitzen – kaum bewusst – unter der individuellen Schädeldecke. Das Klima in der Gesamtgesellschaft verstärkt diese Gefühle. Ratgeber, Zukunftsforscher und Meinungsmacher bleiben bisher auffallend still, auch solche, die sich laut zum Bevölkerungsschwund äußern, wie zum Beispiel Frank Schirrmacher (Das Methusalem-Komplott). Vielleicht überraschen sie uns bald mit Vorschlägen. Ich habe kein Rezept, um mehr Männer zur Lust an eigenen Kindern zu bewegen, sondern nur allgemeine Hinweise. Finanzielle Belohnungen sind immer gut, besonders, wenn sie zielorientiert sind. Die Franzosen machen uns das schon seit langem vor.
Anpassung? – wird sie etwa nur von Männern verlangt? Nein, von Frauen auch. Sie müssen lernen zu entscheiden und das Entschiedene selbst zu verantworten. Entscheiden war sehr lange Männersache! In der Kinderfrage ist Entscheidung für Männer schwieriger, weil sie historische Privilegien aufgeben müssen. Ich halte nichts davon, dies zu verschweigen, aber genauso wenig davon zu resignieren.Mit einer anekdotischen Bemerkung will ich schließen. Ich treffe ab und zu mit Single-Männern zusammen, die eines Tages plötzlich einen Sohn oder eine Tochter aus dem Ärmel zaubern. Nie zuvor war von Kindern die Rede!
Im Alter von 12-16 Jahren tauchen sie im Leben des Singles auf, von fernen Freundinnen oder abgelegten Ehefrauen neugierig auf Vatersuche unterwegs. Sie werden zum Augapfel des Singles. Ein Lump nur denkt hier an eine geniale Strategie, die Windeljahre zu schlabbern. Sagen wir eher: Manchmal kommt das Väterliche später. Besser als nie.

3 Gedanken zu “Mann bleibt Mann

  • Roger Lebien

    Sehr geehrte Frau Schwarz-Schilling,

    bei allem gesellschaftlichen Wandel, hat sich die Rolle des Mannes und Vaters (als Versorger) in keiner Weise verändert. Das ist juristisch und politisch auch nicht gewollt: „Versorger“ bleibt der Mann auch heute noch – für Mutter und Kind – weit über den Rahmen immer kürzer währender Ehen und Partnerschaften hinaus. Diese Rolle als „historisches Privileg“ des Mannes darzustellen ist der Witz schlechthin. „Privilegien“ führen zu persönlichen Vorteilen und nicht in die Bedürftigkeit!

    Der Wert eines Kindes erschliesst sich dem Mann erst WÄHREND der Erziehung und der gelebten Vaterschaft, da das männliche Gehirn während der Schwangerschaft nunmal keine Glückshormone im Überfluss produziert. Die Schwangerschaft ist für den Mann auch eine Phase der Angst, Verunsicherung und zahlloser Beziehungsfallen.

    Wirtschaftliche Ängste, die durch Kinderarmutsdebatten nur zusätzlich geschürt werden. Verlustängste, die Bindung zum Kind zu verlieren, wenn man es der hormongesteuerten, schwangeren Frau nicht „Recht“ machen kann.

    Glück in und Freude an der Schwangerschaft kann es für den Mann nur in einer glücklichen Partnerschaft geben.

    Die Qualität der Vater-Kind-Beziehung hängt in ENTSCHEIDENDER Art und Weise vom Verhalten des Mannes gegenüber der Frau und Mutter ab. Hierbei hat alleine die Frau die subjektive Entscheidungs-hoheit über „gute“ und „schlechte“ Vaterschaft.

    Die Single-Väter denen Sie begegnet sind, Frau Schwarz-Schilling, „zaubern“ nicht plötzlich 12-16jährige Kinder „aus dem Hut“. Diese Kinder begeben sich mit wachsender Selbständig-keit auf die Suche nach ihrem Vater. Eine Suche übrigens, die jüngere unselbständigere Kinder nicht alleine aufnehmen können, weil Sie es entwicklungs-psychologisch nicht wagen können, die häufig einzige verbliebene Bindung (die Mutter-Kind-Symbiose) aufzubrechen.

    Desinteresse können Sie den Vätern nur dann vorwerfen, wenn sie auch GEGEN DEN WILLEN DER MUTTER Zugang zur Pflege und Erziehung ihrer Kinder hätten und wenn ihnen die Wahl gegeben wäre, zu Lasten der Erwerbsarbeit ein Mehr an Kinderbetreuung zu leisten. Dies ist nicht der Fall und wird es auch in absehbarer Zeit nicht sein.

    Nun, da Frauen gleichberechtigten Zugang zur Erwerbsarbeit haben, sollen sie auch arbeiten MÜSSEN: Für SICH selber sowieso, aber auch mitarbeiten für den Lebensunterhalt DER KINDER!

    Verhandelbar darf dies nur innerhalb der Ehe- und Familie sein.

  • Anonym

    Sehr geehrter Herr Lebien
    ich bin mit dem meisten einverstanden. Der Mann bleibt auch heute oft Versorger aber Kinder sind
    heute nicht mehr sein“Diener“ sondern umgekehrt. Das senkt die Kinderneigung. Dafür gibt es keine „Schuldigen“.Wir alle wollen es so.
    Daß die Qualität der Vater-Kind- Beziehung allein in der Entscheidungshoheit der Frau liegt,halte ich für falsch, in jedem Fall während der Ehe.Im Scheidungsfall können Frauen hier Störfeuer entzünden. Meistens beruhigt sich das, wenn beide sich Mühe geben.

  • Anonym

    Ich finde, vor allem die von Marie-Luise Schwarz-Schilling angepriesene reziproke Partnerschaft ist sehr wichtig!

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